Vegan in Indien

Endlich komme ich jetzt mal dazu über meinen Monat in Indien zu bloggen – man möge mir die Verspätung verzeihen 😉

An dieser Stelle gibt’s den Food-Bericht, ein ausführlicher Beitrag über Land und Leute folgt demnächst.

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Incredible india – here we go

 

Wenn man an Essen in Indien denkt, fallen einem wohl als erstes die wunderbaren Gewürze ein, die hier so vielfältig eingesetzt werden. Kardamom, Zimt, Nelken, Curry, Chilli, Safran usw. sind ein fester Bestandteil der indischen Küche und machen Essen immer wieder zu einem Erlebnis. Und scharf? Jaaah, ist es schon, aber keinesfalls hzu scharf, wenn man nicht total empfindlich ist!

 

Aber erstmal grundsätzlich: Kann man in Indien überhaupt vegan überleben?

Die Antwort ist ein klares Jein! Indien ist das absolute Paradies für Vegetarier, aber eine rein vegane Ernährung ist schon recht schwierig. Größtes Problem dabei ist die Kommunikation, obwohl viele Inder grundsätzlich Englisch sprechen, sind Begriffe wie Butter, Honig usw. nicht immer geläufig, bzw. verstehen sie die Frage nicht wirklich. Wenn sie es doch tun, war es nie ein Problem statt Joghurt Kokosmilch zu bekommen, oder den Honig wegzulassen. Das traditionelle Ghee, ein Fett, das aus Butter gewonnen wird und das früher einmal die Grundlage jeglicher Küche war, ist heute meistens gekennzeichnet und muss gegen einen Aufpreis gesondert bestellt werden. Dieses Problem konnten wir also schon mal gut umgehen.

 

Angefangen hat unsere Reise in Delhi, im nord-westlichen Teil Indiens. Die nordindische Küche ist ziemlich fett- und bratlastig, was einerseits gut ist, um Bakterien abzutöten (wir hatten übrigens nie größere Probleme mit dem Magen, im Gegensatz zu den Omnis unterwegs 😉), andererseits aber auch nicht ganz ohne ist, wenn man eine so fettreiche Kost nicht gewöhnt ist…

Besonders toll ist alles mit Linsen. Dal, manchmal auch dhal oder daal geschrieben gibt’s in allen Variationen, ist eigentlich immer vegan und eine leckere Option.

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Das sind Linsenbällchen mit Salat und einer ziemlich scharfen Currysauce, die wir im Lodipark in Delhi gegessen haben.

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Schnell zu einem meiner Lieblingsgerichte ist Aloo gobi geworden, ein Eintopf aus Blumenkohl, Kartoffeln und frischen Kräutern in einer wunderbar würzigen Masalasauce mit viel Knoblauch und Kokosmilch, was dem ganzen etwas die Schärfe nimmt. Hier waren noch frische Paprika und Pilze dabei, was aber üblicherweise nicht darin vorkommt.

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Klassisch sind auch Samosas, die mit einer meist recht scharfen Mischung aus Kartoffeln, Linsen und zerkochtem Gemüse gefüllt sind und dann im Teigmantel frittiert werden. Lowcarb? Vergiss es 😁

 

Nach 10 Tagen im Norden hatte ich das schwere Essen ziemlich satt. Es ist durchweg lecker, aber frisches Gemüse findet man nur total zerkocht oder eingelegt oder frittiert, was einfach nicht meinem Geschmack entspricht. Salat – sollte man einen finden – ist dann auch wegen sehr schlechter Trinkwasserqualität nicht zu empfehlen und Obst sollte man nur mit Schale kaufen. Die Weintrauben, denen ich einmal nicht widerstehen konnte, haben mir eine fiese Nacht beschert…. 😅

 

Im Süden (wir waren in Goa und Kerala) sieht alles schon ein bisschen anders aus – naturgemäß wird hier nicht so schwer gegessen und frischer gekocht.

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Am wunderschönen Strand von Palolem, Goa haben wir im Schatten eines Bootes die besten Mangos gegessen, die wir je hatten. Bananen, Melonen, Ananas – Obst schmeckt hier einfach ganz anders und mir graut es jetzt schon vor dem Zeugs daheim… 😂

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Gebratene Nudeln gehen einfach immer. In Indien auch immer ohne Ei, dafür mit reichlich Ingwer, Knoblauch, Paprika und Karotten. Am Strand genossen eine feine Sache!

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Ziemlich gut sind auch chilli potatoes, fruchtig-scharfe Kartoffeln mit Bohnen, Paprika und Erdnüssen, wieder mit viel Knoblauch gewürzt.

Essen ist sowohl im Süden, als auch im Norden sehr günstig, umgerechnet bezahlt man für eine Mahlzeit 1-2 Euro, inklusive Reis oder Naan. Der Süden ist etwas teurer, aber nicht wirklich viel uUnbedingt eine plain lemon soda dazu trinken, erfrischender gehts kaum. Frischer Zitronensaft, prickelnde Soda…. 😍 vermisse ich hier jetzt schon!

 

Süßes ist in Indien nicht ganz so leicht zu finden und herauszubekommen, was genau da drin ist, ist quasi unmöglich. Es gibt viel Reispudding, was mir aber gar nicht geschmeckt hat und von daher habe ich mir einmal diese suuuper leckeren Gewürzbällchen geholt, von einer super lieben kleinen Oma in den Backwaters von Kerala – auf jeden Fall ohne Milch, aber bei Ei hörte die Verständigung dann auf…

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Eine der besten Süßspeisen, die ich überhaupt  Zeit gegessen habe. Gewürzt mit Fenchelsaamen, Zimt, Kardamom und vermutlich noch einigem mehr, was ich nicht raus schmecken konnte. Grandiose Kombination, die ich irgendwann mal nachbacken muss!

 

Mein Fazit zu Indien: Wenn man darauf besteht sich streng vegan ernähren zu wollen, stößt man sehr schnell an seine Grenzen. Man kann seine Wünsche oft nicht richtig kommunizieren, von daher muss man manchmal 5 grade sein lassen und einfach etwas bestellen und das beste hoffen. Es gibt viele rein vegetarische Restaurants und die Karten weisen vegetarisches Essen auch sehr deutlich aus, von daher besteht keine Gefahr aus versehen Fleisch zu essen. Da Kuhmilch auch nicht verwendet wird und Eier ebenfalls kaum, ist davon auszugehen, dass vieles komplett ohne tierische Lebensmittel zubereitet wird. Es kommt schon mal vor, dass Joghurt dazu serviert wird, oder Paneer (Rohmilchkäse) im Essen ist, aber das kann man dann ja auch beiseite schieben. Ganz so super pingelig darf man hier einfach nicht sein 😉

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Ich hoffe mein kleiner Einblick in die indische Küche hat euch gefallen, bei Fragen einfach schreiben – ich freu mich!

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3 Gedanken zu “Vegan in Indien

  1. Pingback: Vegan in Thailand | Vegane Wanderlust

    • Dann fang wirklich im Süden an, wenn du es einrichten kannst. Alles andere ist schon arg 😉 Aber ich wünsche dir ganz viel Spaß – Indien ist wunderbar!

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